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Gesundheit und Krankheit entstehen dort, wo Menschen leben und arbeiten. Genau hier muss also Versorgung ansetzen. Doch wie kann regionale Gesundheitsversorgung über die verschieden medizinischen und pflegerischen Akteure hinweg gelingen? Beim 9. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung diskutieren führende Expertinnen und Experten genau diese Fragen.
Dr. med. Rita Bangert Semb, Fachärztin für Allgemeinmedizin und kooptiertes Vorstandsmitglied des Hausärztinnen und Hausärzteverbands Baden-Württemberg, ist Speakerin im Panel „Gesundheitsversorgung ist partnerschaftlich und regional“. Im Interview mit Sarah Rondot spricht sie über Herausforderungen und Chancen in der regionalen Gesundheitsversorgung sowie über die gezielte Nachwuchsförderung im Bereich der Hausärzte.
medhochzwei: Was erleben Sie in Ihrer Arbeit als Fachärztin und Vorstandsmitglied des Hausärztinnen und Hausärzteverbands als größte Herausforderungen in der regionalen Gesundheitsversorgung?
Bangert Semb: Man muss die unterschiedlichen, regionalen Gegebenheiten stärker berücksichtigen. Es gibt ein Stadt-Land Gefälle, es gibt ein Gefälle entlang sozioökonomischer Bedingungen. D. h.: Überversorgung in wohlhabenden Gebieten wie Heidelberg, Unterversorgung in strukturschwachen Regionen. Dies adressiert der Hausärzteverband.
medhochzwei: Wo liegen die Stärken der regionalen Gesundheitsversorgung?
Bangert Semb: Die regionale Gesundheitsversorgung kann die individuellen Gegebenheiten der Region besser einbinden. Es besteht Kenntnis über die einzelnen Player und kann die Zusammenarbeit gestalten. Dazu gehören: Hausarztpraxen, Sozialstationen, Pflegeheime, kommunale Betreuungsangebote, Krankenhäuser.
medhochzwei: Eines der Ziele Ihres Verbands ist die Nachwuchsförderung. Wie möchten Sie angehende Ärztinnen und Ärzte für Hausarztpraxen begeistern?
Bangert Semb: Zuerst möchten wir bereits im Studium Awareness für den Beruf des Hausarztes schaffen. Dazu gibt es eine kostenlose Mitgliedschaft im Hausärzteverband für bereits Studierende. Anschließend haben wir in BaWü mit den 4 Kompetenzzentren mit den Universitäten Heidelberg, Ulm, Tübingen und Freiburg ein strukturiertes Weiterbildungsangebot für unsere jungen Ärzte gemacht. (Kompetenzzentrum KW BW, Verbundweiterbildung Plus)
In den ersten 5 Berufsjahren nach abgeschlossener Facharztprüfung bieten wir außerdem in unserer First Five Academy, Unterstützung zur Entscheidungsfindung für den beruflichen Weg an.
medhochzwei: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Bangert Semb.
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Dr. med. Rita Bangert Semb, Fachärztin für Allgemeinmedizin und kooptiertes Vorstandsmitglied des Hausärztinnen und Hausärzteverbands Baden-Württemberg Dr. med. Rita Bangert Semb ist Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Studium und Promotion an der Universität Heidelberg. Nach klinischer Tätigkeit in Krankenhäusern und Praxen gründete und leitete sie von 2006 bis 2024 ein kv-übergreifendes Hausarzt-Zentrum mit sechs Standorten und digitalem Versorgungsangebot für rund 50.000 Patient:innen jährlich. Sie engagiert sich berufspolitisch im Hausärztinnen- und Hausärzteverband sowie in Gremien zu Digitalisierung und ärztlicher Versorgung und ist kooptiertes Vorstandsmitglied des Hausärztinnen und Hausärzteverbands Baden-Württemberg. |
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Sie wollen die Diskussion nicht nur verfolgen, sondern mitgestalten? Beim 9. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung am 6. und 7. Mai 2026 in Heidelberg erwarten Sie fundierte Analysen, vielseitige Perspektiven und konkrete Impulse für die Zukunft der Versorgung. >>> Jetzt anmelden und Teil der Diskussion werden. www.heidelberger-forum-gesundheitsversorgung.de/Programm
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