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Digitale Innovationen gelten als Schlüssel für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung – doch entscheidend ist nicht die einzelne Technologie, sondern ihr Zusammenspiel im System. Wie gelingt es, Akteure besser zu vernetzen, Prozesse effizienter zu gestalten und Prävention stärker in den Fokus zu rücken?
Im Vorfeld des 9. Heidelberger Forums Gesundheitsversorgung spricht Marek Rydzewski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei der AOK Nordost. Die Gesundheitskasse, darüber, warum echte Fortschritte nur durch Kooperation entstehen, welche Rolle die elektronische Patientenakte dabei spielt und wie Digitalisierung zur Stärkung der Prävention beitragen kann.
medhochzwei: Sie sind Referent im Panel 1 mit dem Themenschwerpunkt „Gesundheitsversorgung ist innovativ & digital“. Welche Innovation ist für Sie gerade einer der größte Hoffnungsträger, um die Gesundheitsversorgung wirklich zu verbessern?
Rydzewski: Für mich gibt es nicht die eine Innovation, die ich als den größten Hoffnungsträger bezeichnen würde. Wenn wir davon sprechen, dass Gesundheitsversorgung innovativ und digital sein soll, dann ist der entscheidende Schlüssel die Vernetzung, das Zusammenspiel aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Hier müssen wir besser werden und ein gemeinsames Verständnis entwickeln, wie wir die Versorgung für die Menschen schneller, gezielter und effizienter gestalten. Innovative Ideen haben wir genug, wir brauchen ein stabiles System, in dem alle Partner zusammenarbeiten. Nur so kann Versorgung gelingen.
medhochzwei: Wie können Ihrer Meinung nach interdisziplinäre Prozesse dazu beitragen das deutsche Gesundheitssystem innovativer und digitaler zu gestalten? Haben Sie für einen solchen Prozess ein Beispiel?
Rydzewski: Nehmen wir die elektronische Patientenakte. Die ePA bietet uns die Möglichkeit, Gesundheitsversorgung schneller und effizienter zu gestalten. Daten sind schnell abrufbar, unnötige Behandlungen oder Medikationen können verhindert werden. Aber zu oft erleben wir hier immer noch ein Gegeneinander und nicht das Miteinander, das wir brauchen, um die Potenziale, die uns die ePA bietet, auch wirklich auszuschöpfen.
medhochzwei: Im Panel geht es auch darum, den Schwerpunkt bei Gesundheitsleistungen weg von Reparatur und Behandlung und hin zu Prävention zu bewegen: An welcher Stelle und wie sollte Prävention am besten ansetzen?
Rydzewski: Auch hier gilt: Es gibt nicht die eine Stelle oder ein bestimmter Zeitpunkt, wo wir Prävention am besten ansetzen können. Prävention muss so früh wie möglich und in den unterschiedlichsten Bereichen erfolgen. Wenn wir Gesundheitsversorgung wörtlich nehmen, sollte unser gemeinsames Ziel sein, für Gesundheit zu sorgen, damit sie so lange wie möglich erhalten bleibt. Ein Schlüssel dazu ist die Prävention. Hier bietet uns die Digitalisierung eine große Chance, um die Menschen zu informieren, aufzuklären und ihnen Angebote zu machen. Damit sie diese auch nutzen können, braucht es digitale Gesundheitskompetenz. Die Menschen hier entsprechend zu befähigen, muss dabei eine unserer Hauptaufgaben sein.
medhochzwei: Vielen Dank für das Interview!
Marek Rydzewski,
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