Mit dem 9. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung findet die erste zentrale Tagung der Branche statt, auf der die Vorschläge der Finanzkommission eingeordnet, diskutiert und weitergedacht werden – denn bei Vorschlägen zur Kostenreduktion allein kann es nicht bleiben.
Wir müssen vor allem die Strukturen und Prozesse in den Blick nehmen, die maßgeblich die Kosten und Ergebnisse unserer Gesundheitsversorgung bestimmen. Die Krankenhausreform ist zwar ein wichtiger Schritt zu einer effizienteren und ressourcenschonenden Versorgung; die Beschränkung auf den stationären Bereich ist aber bei weitem nicht ausreichend. Nur wenn es gelingt, zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit unter den Playern aus den verschiedenen Sektoren zu kommen und neue und auch regionale Gestaltungsräume zu erschließen, können nachhaltige Versorgungslösungen entstehen, die sich zudem an einem salutogenetischen Leitbild orientieren sollten.
Viele Verantwortliche in der Branche halten darüber hinaus eine strikte und durchgängige Patientenorientierung und den Fokus auf Gesundheitserhalt auch entlang der Versorgungsketten für dringend erforderlich. Es kann nicht sein, dass ein Gesundheitswesen sich nur in marginaler Weise um Gesundheit kümmert.
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Auch 2026 findet am Vorabend, den 06.05.2026,
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Mit Keynotes von Prof. Dr. Hanns-Peter-Knaebel und Dr. Ramin Assadollahi
08:00
09:00
Grußwort der Veranstalter
9:15
Digitalisierungsouveränität im Gesundheitssystem: Was KI kann und wo es hapert. Und was möglich wäre, wenn wir uns trauten.
Der studierte Computerlinguist promovierte in Klinischer Psychologie und gründete 2001 ExB Labs. 2011 realisierte ExB einen Software- und Patentverkauf an Nokia, dessen Technologien weltweit auf mobilen Endgeräten eingesetzt wurden. Danach baute Herr Assadollahi ExB zu einem spezialisierten KI-Unternehmen aus, das zunächst Lösungen für medizinische Datenräume, klinische Dokumentation, Versicherungsprozesse und Pharma entwickelte.
Sein Team gewann internationale medizinische KI-Wettbewerbe (ISBI, MICCAI), war Teil des bundesgeförderten AIQNET-Projekts und arbeitete mit Partnern wie Charité, B. Braun, Biotronik und Allianz. Insgesamt mobilisierte er über 50 Mio. € an Finanzierung und verbindet heute wissenschaftliche Tiefe, KI-Engineering und praktische Erfahrung im Gesundheitswesen – Kompetenz, die er in sein neuestes Projekt einbringt: Die Fundingplattform HALBZEIT bringt HealthTech Gründer mit privaten Investoren zusammen, die selbst aus der Gesundheitsbranche stammen müssen, um investieren zu dürfen.
2025 ist Ramin Assadollahi zum Honorarprofessor für Künstliche Intelligenz in der Sektion Medizin der Universität zu Lübeck ernannt worden.
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Prof. Dr. Ramin Assadollahi,
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09:45
Die Defizite im Gesundheitswesen lassen sich nicht allein durch Leistungskürzungen und Kostendämpfung beheben. Für nachhaltige Verbesserungen braucht es Innovationen mit echtem Mehrwert und eine Digitalisierung, die konsequent zu Ende gedacht wird. Das bedeutet: Wir brauchen Innovationen und Digitalisierung, die interdisziplinäre Prozesse sektorenübergreifend verbinden und so durch bessere Vernetzung einen echten Gewinn für Gesundheit und Versorgung leisten. Zugleich braucht es einen Perspektivwechsel der Gesundheitsleistungen: Weg vom Fokus auf Reparatur und Behandlung hin zu einer stärkeren Orientierung auf Gesundheitserhalt und Prävention.
| Claus Munsch, Generalbevollmächtigter, HMM Deutschland GmbH | |
| Yvonne Dintelmann, Pflegedirektorin und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Heidelberg | |
| Prof. Dr. Ramin Assadollahi, Experte für KI im Gesundheitswesen und Gründer der ExB Group | |
| Niklas Best, CEO und Co-Gründer von Oska Health | |
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Petra Brandt, Head of Marketing & Sales Roche Information Solutions, Roche Diagnostics Deutschland GmbH |
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Marek Rydzewski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei der AOK Nordost. Die Gesundheitskasse. |
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Networking & Getränke
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Die segmentierte Gesundheitsversorgung leidet seit Jahren unter strukturellen und prozessualen Schwächen. Trotz zahlreicher Reformen steigen die Ausgaben in der Gesundheitsversorgung kontinuierlich. Für eine nachhaltige Finanzierung benötigt es daher ein grundlegendes Umdenken in der Nutzung der vorhandenen Mittel: Einerseits müssen die Beiträge von Versicherten und Arbeitgebern ausschließlich der Gesundheitsversorgung vorbehalten sein und nicht für andere gesellschaftspolitische Aufgaben eingesetzt werden. Zum anderen müssen sie perspektivisch nicht für isolierte Sektoren, sondern einer koordinierten, integrierten und interdisziplinären Versorgung zur Verfügung stehen. Dafür müssen die bestehenden Finanzierungs- und Versorgungsstrukturen neu gedacht und konsequent auf eine zusammenhängende Versorgung ausgerichtet werden.
13:15
Networking & Imbiss
14:15
„Die Krankenhauslandschaft verändert sich rasant und die Medizin stehen unter Dreifach-Druck: Ökonomische Realität, wissenschaftliche Beschleunigung und gesellschaftliche Erwartungen. Wir müssen die (Universitäts-)Medizin neu denken: Zukunft gestalten statt verwalten für eine bessere Versorgung.“
Mehr als ein Jahrzehnt Berufserfahrung als Chirurg, Oberarzt und Bereichsleiter am Universitätsklinikum Heidelberg. 2006 Habilitation im Fach Chirurgie und MBA an der Universität Salzburg.
Seit dem 1. Januar 2026 ist Prof. Knaebel Vorstandsvorsitzender des neuen Verbunds der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG, Vorstandsmitglied der B. Braun Melsungen AG sowie CEO der Röchling SE & Co. KG und Chairman des Management Boards von BIOTRONIK SE & Co. KG.
Darüber hinaus engagiert er sich in wissenschaftsnahen Gremien und technologieorientierten Unternehmen. Seine Arbeit fokussiert sich auf klinisch-industrielle Innovationspfade, translationalen Technologietransfer und die nachhaltige Weiterentwicklung universitärer Gesundheitssysteme.
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Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel,
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14:45
Gesundheit und Krankheit entstehen dort, wo Menschen leben, arbeiten und Gemeinschaft erfahren – in den regionalen Lebensfeldern. Und genau hier muss die pflegerische und medizinische Versorgung ansetzen. Voraussetzung dafür ist die durchgängige, konsistente Koordination und Kommunikation zwischen Patienten, Angehörigen, Medizinern, Dienstleistern, öffentlichen Gesundheitsdiensten und Kommunen. Nur eine solche partnerschaftliche Schulterschluss-Verbindung der Akteure vor Ort kann eine initiale Aktivierung und Steuerung des gesundheitlichen Bedarfs der Menschen ermöglichen.
| Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender des Verbunds der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim | |
| Dr. med. Rita Bangert Semb, Fachärztin für Allgemeinmedizin und kooptiertes Vorstandsmitglied des Hausärztinnen und Hausärzteverbands Baden-Württemberg | |
| Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstandsvorsitzender der IKK Südwest | |
| Prof. Dr. Erhard Siegel, Ärztlicher Direktor am St. Josefskrankenhaus in Heidelberg und Chefarzt für Gastroenterologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin |
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